Zweifel am Studium? Studienabbruch? Damit bist du nicht allein.

Rund 30.000 Studierende in NRW beenden ihr Studium frühzeitig. Das sind 29 % aller Studierenden, die vorzeitig ihr Studium beenden und sich für einen anderen Karriereweg entscheiden. Das ist das Ergebnis einer Studie der DZHW aus dem Jahr 2016. Zweifel gehören zum Alltag dazu – egal in welcher beruflichen Situation man sich befindet. Wenn auch dich gerade Studienzweifel plagen, dann lass dich von den folgenden Daten und Fakten überzeugen: Wer an seiner Studienwahl zweifelt oder sich Gedanken über den Abbruch seines Studiums macht, ist damit nicht allein.

Eine weitere Studie der DZHW von 2017, welche die Aussagen von 6.029 Exmatrikulierten (SoSe 2014) aus einer bundesweit repräsentativen Klumpenstichprobe von insgesamt 32 Universitäten und 28 Fachhochschulen auswertete, identifizierte fünf mögliche Motive eines Studienabbruchs. 30 % der Studierenden entschieden sich für einen Abbruch ihres Studiums, da die Anforderungen des Studiengangs zu hoch waren oder ihnen die fachlichen Voraussetzungen fehlten. Bei 17 % lag es an mangelnder Studienmotivation – meist daraus resultierend, dass sie sich nicht mit ihrem Studienfach identifizieren konnten. 15 % der Studienabbrecher*innen haben für sich entschieden, dass sie sich in Richtung einer praktischen Tätigkeit oder Ausbildung orientieren möchten. Dieser Prozentsatz war im Vergleich zum Vorjahr um 4 % gestiegen. Für 11 % resultiert der Studienabbruch aus Finanzierungsproblemen. Dies führt im Gegensatz zu den anderen Motiven zu einem späteren Studienabbruch. Im Vergleich zum Vorjahr hat dieser Grund an Bedeutung verloren. Rund 1/10 bricht das Studium aus persönlichen Gründen ab, dabei handelt es sich insbesondere um Krankheiten. Im Vergleich zu den Zahlen von 2008 verdoppelte sich diese Quote.

Ausschlaggebende Studienabbruchsmotive 2014, Angaben in Prozent (DZHW-Studienabbruchstudie 2016)

Die meisten Studierenden bekommen erste Gedanken, an einen Abbruch, nach 3,1 Semestern. Nach 4,2 Semester fassen sie den festen Entschluss zum Abbruch und exmatrikulieren sich schließlich nach 4,7 Semestern. Natürlich kann es auch sein, dass sich Studierende nach einem Semester oder nach weitaus mehr Semestern zum Studienabbruch entscheiden. Bei den Zahlen handelt es sich nur um den Durchschnitt.

Durchschnittliche Semesteranzahl von Zeitpunkten der Studienabbruchsentscheidung, Mittelwerte der Fachsemster (DZHW- Studienabbruchstudie 2016)

Wie sieht nun der weitere Werdegang der Studienaussteiger*innen aus?

Der Großteil (43 %) hat nach dem Abbruch eine Berufsausbildung aufgenommen, 32 % sind in die Erwerbstüchtigkeit übergegangen. Sie befinden sich in einer Übergangsphase (4 %) oder in Elternzeit (2 %). Nur 11 % der Studienabbrecher*innen sind arbeitslos, im Vergleich dazu sind 7 % der Absolventen ein halbes Jahr nach Abschluss arbeitslos. Rund 9 % machen etwas anderes. Der wesentliche Teil der Studienabbrecher*innen vollzieht den Abbruch erst dann, wenn ein Alternative für sie feststeht.

Die Studie verdeutlicht, dass Studienabbruch ein prominentes Thema im Werdegang vieler junger Menschen ist. Es ist völlig normal an seiner Wahl zu zweifeln, sei es nun während des Studiums oder der Ausbildung. Hilfreich kann es für Zweifler*innen sein, sich Feedback zu ihrer Situation zu holen. Der Großteil der Studienabbrecher*innen empfindet Homepages von Firmen, Gespräche mit Freunden, Bekannten oder Familie am hilfreichsten. Ebenfalls als nützlich sahen sie Beratungsangebote der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer an, sowie private Arbeits- und Jobvermittlungen. Knapp über die Hälfte empfand das Angebot der Bundesagentur für Arbeit als nützlich. 42 % haben Beratungsangebot speziell für Studienabbrecher*innen geholfen und rund 30 % fanden die Studienberatung an der Hochschule nützlich.

Wenn auch du Bedarf an Beratungsangeboten hast, dann kannst du hier die Angebote in deiner unmittelbaren Umgebung finden.

Bewertung genutzter Informationsquellen bei der Entscheidung zur Tätigkeit (DZHW-Studienabbruchstudie 2016)

Quelle:

Heublein, U., Ebert, J., Hutzsch, C., Isleib, S., König, R., Richter, J., Woisch, A. (2017).
Zwischen Studienerwartungen und Studienwirklichkeit, Ursachen des Studienabbruchs, beruflicher Verbleib der Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher und Entwicklung der Studienabbruchquote an deutschen Hochschulen. (Forum Hochschule 1|2017). Hannover: DZHW. ISBN 978-3-86426-055-1 Zu finden hier.

Prof. Dr. Petra Kleinbongard

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