Wenn Plan A nicht funktioniert…

Die Suche nach der richtigen Studienwahl

Wie trifft man die richtige Studienwahl? Diese Frage beschäftigt bundesweit jedes Jahr etwa 400.000 Abiturient*innen. Auch Lara fiel die Entscheidung schwer, also probierte sie unterschiedliche Wege aus.

Als ich 2014 mein Abi machte, dachte ich, mir ständen alle Türen offen. Dass das etwas naiv war, weiß ich heute. Damals war ich 18 Jahre alt und mir nicht darüber im Klaren, welche Auswirkungen mein Abiturschnitt von 3,3 auf meine Studienbewerbungen haben würde. Was macht man mit so einem „schlechten“ Abi?

Erst einmal nicht viel. Doch Studieren wollte ich unbedingt, denn warum habe ich sonst Abi gemacht? Da ich jedoch keine Ahnung hatte, was genau ich studieren sollte, habe ich zunächst einmal ein halbes Jahr gejobbt. Ich hatte einige Interessensgebiete, musste aber schnell feststellen, dass ich nirgendwo mit meinem Schnitt reinkommen würde. Nach langem Hin und Her habe ich mich für einen sechsmonatigen Bundesfreiwilligendienst an der Uniklinik in Bonn im Labor der Mikrobiologie entschieden. Ich wollte wissen, ob dieser Zweig möglicherweise eine berufliche Zukunft für mich bietet. Die Zeit dort war wirklich sehr interessant, allerdings auch sehr eintönig und zu routiniert.

Im Anschluss bewarb ich mich für unterschiedliche Studiengänge. Nach dem Motto „Mal schauen, wo ich reinkomme.“

So begann ich mit dem Studiengang der Geowissenschaften, der nichts für mich war. Ich will ehrlich sein: Ich hätte nicht gedacht, dass der Studiengang so anspruchsvoll ist, außerdem musste ich feststellen, dass ich definitiv nicht so bewandert in Sachen Chemie war, wie ich ursprünglich dachte. So schmiss ich das Studium und fühlte mich wie ein kompletter Versager. Ich hatte sehr große Selbstzweifel, hielt mich selbst für dumm und hatte lange damit zu kämpfen. Zusätzlich stand ich erneut vor der Frage, was ich mit meinem Leben anfangen wollte.

Ich folgte dem Ratschlag meiner Mutter und schrieb ich mich an der Uni Köln für Lehramt Spanisch und Geschichte ein. Ich konnte gut Spanisch und geschichtliches Interesse war definitiv auch vorhanden, aber eigentlich wollte ich nie Lehrerin werden. Trotzdem ging ich zu meinem ersten Geschichtsseminar. Das war das erste und letzte Seminar, zu dem ich ging.

Plan B musste her! Ich wusste immer noch nicht, was ich studieren will, bzw. kam in die Studiengänge nicht rein, also fasste ich den Entschluss eine Ausbildung zu machen.

Ich wollte endlich etwas vernünftig zu Ende bringen.

Ich bewarb mich für diverse Abiturientenprogramme und kaufmännische Ausbildungen im Bereich Industrie, Groß- und Außenhandel, Immobilien und Büromanagement. Letztendlich landete ich bei einem Großhandel für Lifestyle- und Geschenkartikel.

In dieser Ausbildung habe ich leider auch einige negative Erfahrungen gemacht: unzureichende Einarbeitung, wenig Unterstützung, lange Arbeitszeiten und fehlende Anerkennung. Daher entschloss ich mich früh dazu, die Firma nach Beendigung meiner Ausbildung direkt zu verlassen.

Doch ich habe nicht nur Schlechtes erlebt: Ich hatte tolle Kollegen, die mir viel beigebracht und mich ermutigt haben. Ich lernte dort das eigenständige und selbstbestimmte Arbeiten, da mir sehr viel Verantwortung übergeben wurde. Ich wurde in jeder Abteilung eingesetzt und bekam dort eigene Aufgaben.

Ich habe die Ausbildung damals zwar nur gemacht, weil mir (gefühlt) kein anderer Weg übrig blieb, doch ich bereue diese Entscheidung auf keinen Fall.

Es gibt x-beliebige Möglichkeiten eine Ausbildung sinnvoll zu nutzen und sich weiterzubilden. Und: Nach einer abgeschlossenen Ausbildung stehen einem weiterhin alle Türen offen, studieren kann man immer noch.

Außerdem habe ich auf diesem Weg Berufserfahrung gesammelt, die bei Bewerbungen liebend gerne gesehen wird.

Mittlerweile habe ich endlich das nötige Selbstbewusstsein gesammelt, um zu wissen, was ich will. Ich werde das Thema Studium noch einmal angehen und diesmal richtig! Inzwischen weiß ich, in welche Richtung mein Studium verlaufen soll und ich werde nicht, wie beim letzten Mal, einfach den nächstbesten Studiengang wählen.

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