Die innere Handbremse lösen: 5 Tipps für die richtige Studienmotivation

5 Tipps für die richtige Studienmotivation

Du kannst dich nicht zum Lernen aufraffen, hast Schwierigkeiten ein Hausarbeitsthema zu finden, das dich wirklich interessiert und die Vorlesung besuchst du nur, wenn Anwesenheitspflicht herrscht? Wir haben 5 Tipps für dich, mit denen du deiner Studienmotivation auf die Sprünge hilfst!

1. Interesse wecken

Kannst du dich noch an die Zeit nach dem Abi erinnern, als du deine Studienwahl getroffen hast? Du warst wahrscheinlich aufgeregt, neugierig und froh, dich nach dem starren Schulcurriculum endlich auf Themen konzentrieren zu können, die dich wirklich interessieren. Und dann hattest du diesen „Hurra, ach ne doch nicht“-Moment? Auch im Studium ist das nicht immer der Fall, denn es gibt es Pflichtveranstaltungen, die eher trockenes Grundlagenwissen vermitteln und Bereiche deines Studiums, die dir weniger liegen. Im stressigen Unialltag geht dabei vielleicht die Begeisterung für dein Studienfach verloren und die Überzeugung, dass dieses deinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Interesse ist jedoch nicht nur für Lernprozesse von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die intrinsische Motivation, unseren inneren Antrieb. Wenn dein Studienfach mit deinen Leidenschaften, Wünschen und Lebenszielen konform geht, ist deine Studienmotivation am stärksten. Versuche also die Begeisterung für deinen Fachbereich wiederzufinden: Besuche Seminare und Vorlesungen, die dich wirklich interessieren, lies ein studienrelevantes Buch, das du gerne lesen würdest. Finde den Spaß an der Sache wieder – denn schließlich studierst du freiwillig, um zu forschen, zu entdecken und dich weiterzubilden. Vielleicht ist es für dich auch motivierend, dir ein Praktikum oder eine studentische Nebenerwerbstätigkeit in deinem Fachbereich zu suchen, um einen Praxisbezug herzustellen und deinem theoretischen Wissen mehr Relevanz zu verleihen.

2. Führe dir deine Ziele vor Augen

Du kannst dem prüfungsrelevanten Stoff absolut nichts Positives oder Interessantes abgewinnen? Dann ist es wichtig, dass du dir deine Ziele vor Augen führst: Wofür würde es sich lohnen, dieses Thema zu lernen? Um die nächste Klausur zu bestehen, das Modul abzuschließen, später einen Beruf ausüben zu können, der dich wirklich interessiert oder um viel Geld zu verdienen? Am besten funktionieren Ziele, die emotional wirksam sind. Außerdem ist es hilfreich, langfristige Ziele in Meilensteine zu unterteilen und sie zu konkretisieren. Die Verwirklichung des Vorsatzes „Ich möchte das Studium erfolgreich absolvieren“ liegt möglicherweise noch so weit in der Zukunft, dass er wenig motivierend wirkt. Beim Formulieren dieser Ziele kann dir die SMART-Methode helfen, die häufig im Projektmanagement angewendet wird. Das Akronym steht für spezifisch, messbar, aktivierend, realistisch und terminiert und besagt, dass du deine Ziele so konkret wie möglich formulieren und deine Zeitplanung realistisch gestalten solltest.

Spezifisch: „Ich will folgende Themen bis zur Klausur am XY verstehen und wiedergeben können.“
Messbar: Woran merke ich, dass ich meine Ziele erreicht habe, z.B. gut auf die Prüfung vorbereitet bin?
Aktivierend:
Was ist mein Anreiz, die Klausur zu bestehen, was das größere Ziel dahinter?
Realistisch: Wie viele Wochen brauche ich realistisch, um mich auf jedes Thema der Klausur angemessen vorzubereiten?
Terminiert: Wann findet die Klausur statt? Bis wann muss ich welches Thema gelernt haben, wann mit der Wiederholung beginnen?

3. Deadlines setzen, Verbindlichkeiten eingehen

Manchmal zieht sich das Studium gefühlt schier unendlich in die Länge: Wir schieben Prüfungen auf und es findet sich einfach kein passendes Thema für die Bachelorarbeit. Wenn Fortschritt und Erfolg im Studium ausbleiben, sinkt auch die Bereitschaft, sich mit studienrelevanten Themen zu beschäftigen. Ein Teufelskreis, aus dem es nur einen Ausweg gibt: eine Deadline. Denn wenn es an der nötigen Motivation mangelt, kann der Zeitdruck wahre Wunder bewirken – und den kann man sich schließlich auch selbst schaffen. Setze dir eine Abgabefrist, sprich mit deinen Freund*innen und Eltern über dein Vorhaben, melde dich offiziell für eine Prüfung oder die nächste Sprechstunde deines*deiner Dozent*in an. Ab einem gewissen Punkt ist es wichtig, Verbindlichkeiten einzugehen, um aktiv zu werden.

Good to know
Das Parkinsonsche Gesetz ist aus dem Zeitmanagement bekannt und besagt, dass wir immer so viel Zeit für eine Aufgabe benötigen, wie uns zur Verfügung steht. Wenn du also nur zwei Wochen hast, um eine Hausarbeit zu schreiben, wirst du es in dieser Zeit schaffen, sind es jedoch 6 Wochen, wirst du auch diese benötigen, beispielsweise, weil du länger recherchierst.

4. Gewohnheiten und Rituale

In manchen Phasen des Studiums, beispielsweise in stressigen Prüfungsphasen, ist es vollkommen verständlich, unmotiviert zu sein – schließlich ist ein Studium auch Arbeit, die anstrengend ist. Daher solltest du dich nicht verurteilen, wenn du dich hin und wieder nicht zum Lernen aufraffen kannst. Erst wenn dies zur Gewohnheit wird und du Prüfungsleistungen immer wieder aufschiebst, solltest du aktiv werden und dir ggf. professionelle Unterstützung suchen. Hilfreiche Tipps gegen die Aufschieberei findest du auch im Blogbeitrag „Lese ich später? Prokrastination überwinden!“. Um langfristig am Ball zu bleiben, ergibt es Sinn, Lernen zur Gewohnheit werden zu lassen, z. B. indem du täglich lernst. So baut sich gar nicht erst eine Anfangshürde auf, die es zu überwinden gilt. Auch Rituale sorgen für Kontinuität und Motivation: Fang beispielsweise immer um die gleiche Zeit an zu lernen und triff dich im Anschluss mit Kommiliton*innen in der Mensa, räum deinen Schreibtisch nach getaner Arbeit auf oder schreib deine To-Do-Liste für den nächsten Tag.

5. Einen Ausgleich schaffen

Studieren ist dein Job – und daher ist es auch wichtig, sich ab und zu Urlaub zu nehmen, um neue Energie zu tanken. Oftmals geht dieses Detail jedoch im durchgetakteten Studierendenalltag unter: Während der Vorlesungszeit Veranstaltungen besuchen und für Prüfungen lernen, in den „Semesterferien“ Hausarbeiten schreiben, ein Praktikum machen oder in Vollzeit in der studentischen Nebenerwerbstätigkeit arbeiten. Ein Studium ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Damit dir nicht die Puste ausgeht, ist es wichtig, dass du dir ab und zu bewusst Pausen nimmst und Zeiten für Erholung einplanst. Denn: „Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.“ (Elisabeth Barrett-Browning). Darüber hinaus ist nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Studium auf die richtige Work-Life-Balance zu achten, niemand kann durcharbeiten und wenn doch, dann macht es keine Freude! Verlass nach getaner Arbeit den Schreibtisch, triff dich mit Freund*innen, geh zum Sport oder schau einfach nur deine Lieblingsserie.

Diese Tipps sollten dir einerseits veranschaulichen, dass es vollkommen normal ist, im Studium ab und zu unmotiviert zu sein und dir andererseits ein paar Ideen mit an die Hand geben, was in diesem Fall helfen könnte. Falls es dir jedoch ernsthaft und langfristig an Studienmotivation mangelt, lohnt es sich zu überprüfen, ob du die richtige Studienwahl getroffen hast. Hierbei können dir Beratungsstellen an deiner Hochschule helfen, die sich bestens mit den Themen Studienzweifel, Studienwechsel und Studienausstieg auskennen. Alle Hilfsangebote findest du hier.

Prof. Dr. Petra Kleinbongard

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