„Mama, Papa, ich breche mein Studium ab.”

Warum Ihnen ein Studienabbruch nicht den Schlaf rauben muss, was Sie wissen sollten und wie Sie für Ihr Kind da sein können. Das alles erfahren Sie in den Tipps einer Studienwechslerin.

„Mama, Papa, ich breche mein Studium ab.“ Diesen Satz hört wohl kein Elternteil gerne. Studienabbruch, löst dieser Begriff auch Horrorvorstellungen bei Ihnen aus? Sie machen sich Sorgen um die Zukunft des Kindes, fragen sich, ob die Zeit, Anstrengung und Finanzierung, die Sie in die bisherige Ausbildung investiert haben, umsonst waren. In diesem Moment sind „Wie geht es weiter?“  und vor allem „Was kann ich tun?“ zwei große Fragen.

30% der Studierenden in NRW beenden ihr Studium vorzeitig

Diese Fragen stellen sich viele Eltern und wissen gleichzeitig nicht, dass ein Studienausstieg keine Seltenheit ist. Immerhin beenden fast 30 % der Studierenden, in NRW, ihr Studium vorzeitig. (Heublein et al. 2017: XV) Das bedeutet, dass von den 105.230 Studienbeginner*innen, die ihr Studium im aufgenommen haben, über 30.000 betroffen sind. Bei der großen Menge an Auswahlmöglichkeiten von Bachelor-Studiengänge (es gibt über 2.000 in NRW), ist es nichts Ungewöhnliches, wenn der erste Weg nicht der Richtige ist.

Was die Zukunft bringen wird, das können Sie als Eltern nicht beeinflussen, Ihre eigene Reaktion und Ihr Handeln aber schon, denn diese sind für die Situation prägend. Zunächst einmal sollten Sie sich bewusst machen, dass Ihr Kind die Entscheidung, das Studium abzubrechen, sicher nicht leichtfertig getroffen hat. Viele Studienzweifler*innen besprechen die Thematik zuerst mit ihren Freunden und lassen sich gegebenenfalls auch an offizieller Stelle beraten.

Bleiben Sie also ruhig und versuchen Sie, die Beweggründe zu verstehen.

Machen Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe, denn es hat die Entscheidung eigenverantwortlich gefällt und muss sich jetzt auf Ihre Unterstützung verlassen können. Ein Studienabbruch oder -wechsel kann sehr aufwühlend und angsteinflößend sein, immerhin fällt eine große und wichtige Konstante im Leben Ihres Kindes weg. Es muss sich neu orientieren und das kann stressig werden. Zeigen Sie deshalb, dass Sie in jedem Fall für Ihren Sohn/Ihre Tochter da sind und ihn/sie auf dem Weg begleiten. Es ist nicht unüblich, dass es auch für Sie als Elternteil eine verunsichernde Erfahrung sein kann, weshalb es wichtig ist, dass Sie sich zu dem Thema Studienzweifel und Studienabbruch informieren. 


Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus Ihrem Umfeld aus, es gibt mehr Betroffene, als Sie wahrscheinlich dachten. Suchen Sie das Gespräch in Internetforen zu diesem Thema, so finden Sie gezielt Eltern, die sich in der gleichen Situation befinden und sprechen Sie mit anderen Studienzweifler*innen und Studienaussteiger*innen aus Ihrem Umfeld. Es wird Ihnen helfen, wenn Sie sehen, dass auch ein (kleiner) Umweg zum Ziel führt, zahlreiche Erfahrungsberichte können sie auf unserer Website nachlesen. Tun Sie all die Dinge, die Sie benötigen, um sich in der Situation sicherer zu fühlen. Nur so können Sie Ihrem Kind einen starken Rückhalt bieten und ein Gefühl von Sicherheit ausstrahlen.

Falls Ihre Sorgen darin liegen, dass Sie nicht einordnen können, welche Chancen Studienaussteiger*innen in der Berufswelt haben, dann gibt es auf dieser Seite das passende Video für Sie. Schauen Sie sich am besten: „Vom Studium in die Ausbildung. 5 Tipps von Handwerksunternehmen für Studienaussteiger*innen.“ an, dort wird erklärt, warum Studienaussteiger*innen so interessant sind und welches Potenzial Unternehmen in ihnen sehen – denn, je weniger Sorgen Sie haben, desto besser können Sie sich auf Ihr Kind konzentrieren.

Seien Sie eine Stütze für Ihr Kind

Schlussendlich ist es die Entscheidung und die Zukunft Ihres Kindes, aber Sie können eine wichtige Stütze sein und Ihrem Kind den Rückhalt bieten, den es benötigt. Der Studienabbruch ist nicht so schlimm, wie man ihn sich ausmalt und es gibt mittlerweile immer mehr Beratungsstellen: Sei es intern an der Universität oder extern, beispielsweise bei der Bundesagentur für Arbeit. Nehmen Sie diese Beratungen, falls nicht schon erfolgt, gemeinsam mit Ihrem Kind in Anspruch oder verweisen Sie im Gespräch darauf. Versuchen Sie, den Studienabbruch als Chance zu sehen.

In der Zeit, in der ich selbst meinen Studiengang gewechselt habe, war ich über die Unterstützung meiner Eltern sehr froh. Denn, dass meine Eltern an mich glauben, hat mich selbst an mich glauben lassen. Deswegen liegt es mir sehr am Herzen, Ihnen einen Ratschlag mit auf den Weg zu geben. Erinnern Sie sich daran, dass am Ende, für Sie, das Glück Ihres Kindes im Vordergrund stehen sollte.


Quellen:

Heublein, Ulrich et al. (2017): Zwischen Studienerwartungen und Studienwirklichkeit: Ursachen des Studienabbruchs, beruflicher Verbleib der Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher und Entwicklung der Studienabbruchquote an deutschen Hochschulen, Hannover: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung  GmbH, S. XV.

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