Lasst uns übers Scheitern sprechen!

Die sogenannten FuckUp-Nights finden an Unis auch in der Student Edition statt

Scheitern ist eine Unvermeidbarkeit des Lebens

Irren ist menschlich, aus Fehlern kann man lernen und hinterher ist man immer klüger – diese Redewendungen sind uns allen bekannt, doch wenn es um das eigene Scheitern geht, gehen sie selten mit Leichtigkeit über die Lippen. In einer erfolgsorientierten Gesellschaft gilt Scheitern immer noch als Tabuthema, über das selten oder zumindest ungern gesprochen wird.

Und gleichzeitig: Fast 30% der Studierenden brechen ihr Studium ab oder wechseln den Studiengang. Es wird Zeit, dass wir über das „Scheitern“ sprechen. Und auch darüber, was wir daraus mitnehmen können.

Im November 2019 hat die Uni Bonn die erste „FuckUp Nights Bonn – Student Edition“ veranstaltet. Wir waren dabei und haben zwei der Speaker begleitet. Anna hat ihr Studium abgebrochen, Florian den Studiengang gewechselt. Mit ihren persönlichen Geschichten und ihren „Learnings“ haben sie den ganzen Hörsaal gefesselt.

Was sind FuckUp-Nights?


Bei dem noch relativ jungen Veranstaltungskonzept mit dem einprägsamen Titel FuckUp-Night berichten gescheiterte Unternehmer*innen offen, ungezwungen und mit Humor von ihren beruflichen Fehlern. Entstanden ist das Format 2012 in Mexiko als eine Gruppe von Freunden sich über ihre beruflichen Misserfolge austauschte und dies nicht nur als erleichternd, sondern auch als lehrreich empfand. Heute finden FuckUp-Nights überall auf der Welt und seit einigen Jahren auch in Deutschland statt.


Ziel der Veranstaltung ist – neben einem fesselnden Abend – auch die Etablierung einer neuen Fehlerkultur. Denn bei einer FuckUp-Night wird das sonst so totgeschwiegene Scheitern als Unvermeidbarkeit des Lebens aufgezeigt. Die einzelnen Speaker präsentieren es nicht als endgültiges Versagen, sondern vielmehr als einen weiteren Schritt im Lebenslauf und in die richtige Richtung. Sie teilen während der Veranstaltung kurz und unbefangen ihre persönliche Geschichte und stellen sich im Anschluss den Fragen des Publikums. Auf diese Art und Weise lernt nicht nur der „Gescheiterte“ selbst aus seinen Fehlern.


An einigen Universitäten findet finden diese oder ähnliche Veranstaltungen mittlerweile auch in der Student Edition statt – so auch im Oktober 2018 an der Universität zu Köln. Hier berichtete unter anderem ein ehemaliger Medizinstudent davon, wie er den Arztberuf nach dem sechsten Semester nicht mehr als erstrebenswert ansah und eine Wirtschaftspsychologiestudentin von ihrer Zwangsexmatrikulation neben der Vollzeitbeschäftigung. Studierende sprechen auf FuckUp-Nights über ihren Studiengangwechsel oder den -abbruch, die Phase der Neuorientierung, die Gründung eines Startups, den Wechsel in Ausbildung und über all die Erkenntnisse, die sie in dieser Zeit gewonnen haben. Die Veranstaltungen sind oft kostenfrei und richten sich unter anderem an Studierende, die selbst Studienzweifel haben und auf der Suche nach Inspiration, Alternativen und Gleichgesinnten sind.

Projekt

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