Lasst uns übers Scheitern sprechen!

Die sogenannten FuckUp-Nights finden an Unis auch in der Student Edition statt

Irren ist menschlich, aus Fehlern kann man lernen und hinterher ist man immer klüger – diese Redewendungen sind uns allen bekannt, doch wenn es um das eigene berufliche Scheitern geht, gehen sie selten mit Leichtigkeit über die Lippen. In einer erfolgsorientierten Gesellschaft gilt Scheitern immer noch als Tabuthema, über das selten oder zumindest ungern gesprochen wird. Kommt es dann doch einmal zur Sprache, berichtet der oder die Gescheiterte mit Scham und Betroffenheit von dem jeweiligen Misserfolg oder versucht diesen gar zu beschönigen.

Doch es geht auch anders! Bei einem noch relativ jungen Veranstaltungskonzept mit dem einprägsamen Titel FuckUp-Night berichten gescheiterte Unternehmer*innen offen, ungezwungen und mit Humor von ihren beruflichen Fehlern. Entstanden ist das Format 2012 in Mexiko als eine Gruppe von Freunden sich über ihre beruflichen Misserfolge austauschte und dies nicht nur als erleichternd, sondern auch als lehrreich empfand. Heute finden FuckUp-Nights überall auf der Welt und seit einigen Jahren auch in Deutschland statt.

Ziel der Veranstaltung ist – neben einem fesselnden Abend – auch die Etablierung einer neuen Fehlerkultur. Denn bei einer FuckUp-Night wird das sonst so totgeschwiegene Scheitern als Unvermeidbarkeit des Lebens aufgezeigt. Die einzelnen Speaker präsentieren es nicht als endgültiges Versagen, sondern vielmehr als einen weiteren Schritt im Lebenslauf und in die richtige Richtung. Sie teilen während der Veranstaltung kurz und unbefangen ihre persönliche Geschichte und stellen sich im Anschluss den Fragen des Publikums. Auf diese Art und Weise lernt nicht nur der „Gescheiterte“ selbst aus seinen Fehlern.

An einigen Universitäten finden diese oder ähnliche Veranstaltungen mittlerweile auch in der Student Edition statt – so auch im Oktober 2018 an der Universität zu Köln. Hier berichtete unter anderem ein ehemaliger Medizinstudent davon, wie er den Arztberuf nach dem sechsten Semester nicht mehr als erstrebenswert ansah und eine Wirtschaftspsychologiestudentin von ihrer Zwangsexmatrikulation neben der Vollzeitbeschäftigung. Studierende sprechen auf FuckUp-Nights über ihren Studiengangwechsel oder den -abbruch, die Phase der Neuorientierung, die Gründung eines Startups, den Wechsel in eine Ausbildung und über all die Erkenntnisse, die sie in dieser Zeit gewonnen haben. Die Veranstaltungen sind oft kostenfrei und richten sich unter anderem an Studierende, die selbst Studienzweifel haben und auf der Suche nach Inspiration, Alternativen und Gleichgesinnten sind.

Ihr interessiert euch für das Format FuckUp-Night und habt Lust an einer teilzunehmen? In NRW finden demnächst an einigen Unis FuckUp-Nights und ähnliche Veranstaltungen in der Student Edition statt.

Kommende Veranstaltungen in der Student Edition:

07.11.2019 Universität zu Köln
Beginn: 19 Uhr

07.11.2019 Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Beginn: 20 Uhr

14.11.2019 Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen
Beginn: 19 Uhr

25.11.2019 „The funny side of failure“ im Radhaus in Kleve
HS Niederrhein/HS Rhein-Waal
Beginn: 18:30 Uhr

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